Blumenmeile

Phänologischer Kalender: Die 10 Jahreszeiten der Natur

Was ist der phänologische Kalender?

  • Der phänologische Kalender teilt unser Jahr in zehn biologisch relevante Jahreszeiten auf.
  • Der grösste Unterschied zum konventionellen Kalender ist das Eintreten einer Jahreszeit zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Diese sind nicht kalendarisch immer auf ein bestimmtes Datum festgelegt, sondern richtigen sich nach den aktuellen Entwicklungen in der Natur und schwanken daher in jedem Jahr.
  • Um nun zu wissen, wann welche Jahreszeit beginnt, bedient man sich so genannter «Zeigerpflanzen». Beginnen diese mit ihrer Blüte, so beginnt die nächste der zehn Jahreszeiten des phänologischen Kalenders.

Nutzen des phänologischen Kalenders

Bei der Gartenarbeit kommt es oftmals auf genaue Pflanzzeiten an. Der «klassische» Kalender mit seinen vier Jahreszeiten reicht dann nicht mehr aus. Die feinere Einteilung auf insgesamt zehn Jahreszeiten geschieht mithilfe des phänologischen Kalenders.

Gärtner arbeiten mit dem phänologischen Kalender, um den exakten Zeitpunkt für die Aussaat zu bestimmen. Durch die Verschiebung der Jahreszeiten nach vorn, die durch den phänologischen Kalender festgestellt wurden, lassen sich zudem interessante Rückschlüsse auf die Entwicklung unseres Klimas und unserer Erde schliessen.

Anhand des phänologischen Kalenders lässt sich ausgezeichnet die Entwicklung der natürlichen Vegetation über Jahre hinaus feststellen. So hat der phänologische Kalender beispielsweise zeigen können, dass sich je nach Region, Jahreszeiten nach vorn verschieben. Durch langjährige Aufzeichnungen in der Region Genf konnte beispielsweise festgestellt werden, dass der Frühling sich von Anfang April zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf heute Ende Februar verlagert hat.

Für den Hobbygärtner ist der phänologische Kalender zudem eine Hilfe bei der Aussaat verschiedener Pflanzen. Die zehn Jahreszeiten sind deutlich präziser als die auf der Verpackung angegebenen Saatmonate

Drei Jahreszeiten im Frühling

Das Ende des Winters und den Beginn des «Vorfrühlings» erkennt man beispielsweise an der Blüte der Hasel oder der ersten Schneeglöckchen. Beginnt dann die Forsythie oder Beerensträucher zu blühen, beginnt bereits der «Erstfrühling». Der «Vollfrühling" hält dann Einzug mit der Apfelblüte, den ersten Blüten von Flieder und Rosskastanien und der Laubentwicklung der Eiche und der Hainbuche. 

Dreimal Sommer

Auch die Sommermonate teilen sich nach dem phänologischen Kalender in drei Jahreszeiten auf. Wenn Holunder und Roggen seine Blüten zeigt und auch die Blumenwiese ein reines Blütenmeer sind, dann beginnt bereits der «Frühsommer». Sein Ende läutet die Heumahd ein. Der anschliessende «Hochsommer» wird durch die Blüte der Linde und die ersten erntereifen Johannisbeeren eingeläutet. Zudem werden im Hochsommer Stachelbeeren und Sauerkirschen reif, auch können die ersten Kartoffeln geerntet werden. Beginnt schliesslich die Echte Heide zu blühen und werden erste Frühäpfel reif, stellt sich der «Spätsommer» ein. 

Drei Jahreszeiten im Herbst

Die Herbstmonate sind wiederum in drei verschiedene phänologische Jahreszeiten aufgeteilt. Die ersten Anzeichen für den «Frühherbst» sind die Blüte der Herbstzeitlosen und die reifen Früchte des Holunders. Werden die ersten Kastanien reif, endet schon der Frühherbst und wechselt zum «Vollherbst». Sein Beginn wird durch reife Rosskastanie, Eicheln und Buchen signalisiert. Kastanien, Süsskirschen oder Buchen färben schon ihre ersten Blätter. Beginnt die Kastanie, ihre Blätter zu verlieren, oder wirft die Lärche ihre Nadeln ab, so stellt sich schliesslich der «Spätherbst» ein. Sein Ende wird durch den Blattfall der Apfelbäume gekennzeichnet.  

 Nur eine Jahreszeit im Winter

Während die vegetationsreichen Monate des Jahres im phänologischen Kalender jeweils in drei einzelne Jahreszeiten eingeteilt werden, so bleibt es in den kalten Wintermonaten lediglich bei einer Jahreszeit. Der Grund liegt darin, dass in diesen Monaten nur ausgesprochen wenige Pflanzen noch aktiv sind. Ausnahmen sind beispielsweise die Quitten oder die Schlehe. Aber auch diese restliche Vegetation verschwindet spätestens dann, wenn der erste Frost des Winters einsetzt.

Quellen, weitere Informationen zum phänologischen Kalender: